Privat-Brauerei Zötler GmbH:
Natürlich, sympathisch, frisch

Community Fakten

Privat-Brauerei Zötler GmbH

Mitarbeiter: 66

Davon Auszubildende: 3

Umsatz: 10 Mio. Euro

Getränkeausstoß: 6.000.000 Liter Zötler Bier | 2.000.000 Liter Zötler alkoholfreie Getränke | 1.000.000 Liter Handelswaren (Mineralwässer,Säfte, Cola etc.)

Adresse: Grüntenstraße 2 | 87549 Rettenberg/Allgäu

Internet: www.zoetler.de

Natürlich, sympatisch, frisch

Die Privat-Brauerei Zötler ist das älteste existierende Familienunternehmen im deutschsprachigen Raum (Schweiz, Österreich, Deutschland). Weltweit steht es auf Platz zehn dieser Rangliste (Wirtschaftsmagazin „Euro“, Juni 2004). 1447 gegründet, wird das Unternehmen heute in der 20. Generation von Herbert Zötler III geführt. Drei Begriffe markieren den Anspruch, den die Brauerei an sich und ihre Produkte stellt: natürlich, sympathisch, frisch. Sie sind Sinnbild für die Ziele und Aktionsfelder des Unternehmens: beste Produktqualität, Umweltorientierung, außergewöhnlicher Service und Wertschätzung gegenüber Kunden und Mitarbeitern. Das Unternehmen im südlichsten Brauereidorf Deutschlands, dem Ort Rettenberg im Allgäu, stellt dreizehn alkoholhaltige und zwei alkoholfreie Bier-Spezialitäten sowie zwei Bier-Mischgetränke her. Das Absatzgebiet beschränkt sich im Wesentlichen auf die Region Allgäu. Zu den Bier-Spezialitäten kommen Eigenkreationen im Bereich der alkoholfreien Getränke wie z. B. die Berg-Limonade „Heugäuer“ und die Erfrischungsgetränke-Marke „Alpina-C“.

Herbert Zötler:
Leben und leben lassen

Herbert Zötler ist 1952 dort geboren, wo er heute noch lebt und sein Unternehmen führt: in der Gemeinde Rettenberg im Allgäu. Er geht dort zur Grundschule, wechselt 1962 aufs Gymnasium, macht 1971 das Abitur und studiert dann Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg im Breisgau, wo er 1977 sein Studium als Diplom-Volkswirt abschließt. Danach absolviert er eineAusbildung zum Steuerberater und macht sich selbstständig, ehe er 1984 in die Brauerei Zötler einsteigt, die er bis heute führt.

Mit Leib und Seele
Unternehmer

Auch nach 30 Unternehmer-Jahren hat er – das spürt man in jedem seiner Sätze und seiner Körpersprache – ungebrochen Lust auf sein Unternehmen, auf die Produkte, die es herstellt, und vor allem Interesse an den Menschen, mit denen er zusammenarbeitet. Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, ja man könnte meinen, das ganze Allgäu sei ihm ans Herz gewachsen. Er hat Freude an der Führung seines Unternehmens, wobei er, wie er sagt, das „Managementprinzip by Johann Wolfgang von Goethe“ praktiziert: „Behandle Menschen, wie sie sind, und sie werden schlechter. Behandle Menschen, wie sie sein könnten, und sie werden besser.“ Förderung ist ihm wichtigerals Hilfe. „Vorbild zu sein ist nicht eine Möglichkeit der Führung, es ist die wichtigste“, so sein Leitmotiv. Dazu gehören für Herbert Zötler klare Leistungsvereinbarungen, Geradlinigkeit, eine angstfreie Kommunikation und die gemeinsame Vereinbarung und Verfolgung von Zielen. Er macht vor, was er von anderen erwartet. Das ist ein großes Stück seines Erfolgs. Der Brauereibesitzer hataber nicht nur eine hohe Achtung vor seinen Mitarbeiter. Auch Kunden und Lieferanten liegen ihm am Herzen. Er ist in einem ständigen Dialog mit ihnen, kennt im Detail ihre Sorgen und ist permanent auf der Suche nach Lösungen. Sein Unternehmermotto: Löse die Probleme deiner Kunden und Lieferanten und du löst deine eigenen.

Fragen an Herbert Zötler III

Herr Zötler, welche persönliche Haltung haben Sie zum Thema Exzellenz?

Es gibt wohl nur den Weg zur Exzellenz, keinen Zustand der Exzellenz. Exzellenz hat für mich persönlich viel mit Lernen aus Fehlern, mit vorbildlicher Führung, mit messbarer Qualität, mit gelebten Werten und sicherlich auch mit Nachhaltigkeit zu tun.

Wie sorgen Sie für die dauerhaft exzellente Qualität Ihrer Produkte?

Im Rahmen unseres Qualitätsmanagements haben wir die Prozesse definiert, wie wir unsere Biere, unsere Limonaden und unsere Serviceleistungen erbringen. Und: Wir haben festgelegt, wie wir jeden Tag aus gemachten Fehlern kollektiv lernen können, um uns ständig zu verbessern. Wichtig ist uns, dass wir immer mit offenen Ohren und Augen die Probleme unserer Kunden erkennen und diese auch regelmäßig um ihre kritische Meinung befragen. So gibt es beispielsweise im Rahmen des „Zötler Freundeskreises“ ein Testerteam von 50 Personen, welches uns bei allen neuen Bierkreationen sehr hilfreich zur Verfügung steht. 

Welche Haltung gegenüber Fehlern wird in Ihrem Unternehmen gelebt?

Fehler wird es immer geben, aber wir sollten sie nur einmal machen. Deshalb versuchen wir, die Fehler schriftlich zu erfassen (wir nennen das Lernliste) und sie jede Woche auszuwerten, um daraus zu lernen. Ein Prozess, der nie aufhören wird. Denn schließlich wollen wir uns auch weiterentwickeln und Neues wagen. Das geht nicht, ohne auch mal Fehler zu machen. Aber wenn wir Woche für Woche besser werden im Sinne der Kundenanforderungen – dann haben wir vieles richtig gemacht.

Wie heben sich Ihre Produkte und Dienstleistungen (Service) von denen der Konkurrenz ab?

Das Wichtigste vorab: Ich glaube, das Hauptunterscheidungsmerkmal zu unseren Mitbewerbern ist unsere MARKE. Durch die Wahrnehmung unserer Marke überträgt der Kunde seine „positiven Vorurteile“ auf unsere Produkte und Serviceleistungen. Wobei sich unser Service tatsächlich erheblich von den Leistungsangeboten der Mitbewerber unterscheidet.

In welchem Bereich könnten Sie noch mehr am Thema Exzellenz arbeiten?

Oh, da gibt es viel zu tun. Das Thema „Aus Fehlern lernen“ stellt für mich immer wieder eine neue Herausforderung dar. Im Bereich Mitarbeiterführung können wir noch viel lernen. Führung lernen wir an keiner Schule und an keiner Universität – und es ist das wichtigste Instrument auf dem Weg zur Exzellenz. Ohne die Mitarbeiter mit auf die Reise zu nehmen geht es eben nicht. Und um die Mitarbeiter führen zu können, muss man sich erst mal selbst gut führen, d. h. immer mit gutem Beispiel vorangehen. Hier hört das Lernen nie auf. Selbsterkenntnis ist ein wichtiges Werkzeug auf dem Weg zum Erfolg.

Was bedeutet exzellente Führung für Sie persönlich?

Vorbild, Vorbild, Vorbild und klare Leistungsvereinbarungen. Jeder muss wissen, was ich als Führungskraft von ihm erwarte und wohin die Reise gehen soll.

Brauerei Zötler:
Menschen wertschätzen und Qualität erzeugen

Seit nunmehr drei Jahrzehnten leitet Herbert Zötler III die Geschicke der gleichnamigen Brauerei. Die Brauerei-Landschaft hat sich in diesem Zeitraum kolossal verändert. Brauereien bewegen sich in einem schrumpfenden Markt. Allein in den vergangenen 20 Jahren ist der Bierabsatz in Deutschland um ca. 30 % geschrumpft. Nur eines hat sich bei der Allgäuer Brauerei über die Zeit hinweg nicht geändert. Es war schon immer ein Familienunternehmen, hinter dem Menschen mit ihrem Namen standen. Fragt man Herbert Zötler nach dem Geheimnis dieser schier unglaublichen Familientradition, antwortet er ohne zu überlegen: „Wir wissen nicht sehr viel von den Menschen der 19 Generationen vor mir. Es ziehen sich aber drei Prädikate wie ein roter Faden durch die Geschichte der Bräu-Generationen in ihrem Verhältnis gegenüber Kunden und Mitarbeitern: Aufmerksamkeit schenken, Wertschätzung entgegenbringen und Freundschaften pflegen“, und: „Sie müssen alle gute Biere gebraut haben – sonst kann sich keine Brauerei über Generationen hinweg halten.“

Gerade eine alteingesessene Brauerei mit einer jahrhundertelangen Geschichte bewegt sich permanent in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Fortschritt, zwischen Nostalgie und Moderne. Zötler steht – nicht nur in diesem Punkt – in der Region mit 14 regionalen Brauereien im Wettbewerb. Hinzu kommt die große Konkurrenz der national und international agierenden Braukonzerne. Das macht mehr als nur gute Ideen notwendig. Deshalb hat sich der Mittelständler den Themen Umweltorientierung, außergewöhnlicher Service, Freundlichkeit und beste Qualität verschrieben. All das zusammen macht heute die beliebte Marke „Zötler Bier“ aus.

Umweltorientierung von Anfang an

Zötler hat sich bereits im Jahr 1995 als erste Brauerei in Europa der Umweltprüfung nach dem sogenannten EU-Öko-Audit unterzogen. Seit 2009 ist ein nach DIN ISO 14001:2004 zertifiziertes Umwelt-Managementsystem installiert. Umweltorientierung beginnt bei Zötler beim Einkauf, geht über ein ausgetüfteltes Energie-Effizienz-Konzept und endet mit einem funktionierenden Abfallwirtschaftskonzept. Herbert Zötler III war die treibende Kraft, als es um die Forderung einer dosenfreien Zone im Allgäu ging – eine Aktion, die bundesweit in den Medien Aufsehen erregte. Auf dem Betriebsgelände wurde eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von insgesamt 68 KW installiert. Das Besondere daran: Die Photovoltaik-Anlage gehört den Kindern der Gesellschafter.Das Ziel: Die Kinder sollen lernen, unternehmerisch zu denken und zu handeln, d. h., alle Entscheidungen in Bezug auf die Photovoltaik-Anlage werden vom Nachwuchs eigenverantwortlich getroffen. Das Haupt-Absatzgebiet der Zötler-Produkte beschränkt sich auf einen Umkreis von 50 Kilometern. Das Bier wird nicht durch die ganze Republik oder halb Europa gekarrt. Somit verfügendie Biere des Allgäuer Traditionsunternehmens über eine gute Öko-Bilanz. Hinzu kommt, dass 95 % der Getränke den kürzesten Weg von der Brauerei zum Kunden nehmen und ohne Umwege (Getränke-Fachgroßhandel) ausgeliefert werden.

Qualität als Kernbotschaft

„Das beste Bier ist ein frisches Bier“ und „Unsere Biere haben eine Seele“, das sind zwei Kernaussagen von Herbert Zötler zu seinen Produkten. Zötler-Biere werden nicht künstlich durch Pasteurisierung auf ein Jahr haltbar gemacht. Dank kurzer Lager-Umschlagzeiten und einer eigenen Lkw-Flotte, die die Biere ohne Umwege zum Verbraucher bringt, ist dies nicht notwendig. Nur frisches Allgäuer Bergwasser, Malz und Hopfen, die seit Jahrzehnten von den gleichen Bauernfamilien bezogen werden, und die für die Gärung selbst gezüchtete Hefe werden für die Herstellung der Zötler-Biere verwendet. Eine weitere Besonderheit: Während Brauhefe andernorts oft zehn- bis fünfzehnmal verwendet wird, setzt sie Zötler nur einmal ein. Gerste und Malz werden nach den Zötler- Qualitätskriterien angebaut und geerntet. Und: Alle Biere müssen eine fünfwöchige Reifeprüfung bestehen. Das erhöht die Bekömmlichkeit.

Service wird großgeschrieben und gelebt

Weit über die Grenzen des Fremdenverkehrsortes Rettenberg hinaus bekannt geworden ist Zötler durch seine 2006 gegründete „Zötler Gastro-Akademie“. Mit vielerlei Seminarangeboten ist er damit Fort- und Weiterbildungspartner der Allgäuer Gastronomie und Hotellerie. Die Themen reichen von „harten Faktoren“ wie dem Umgang mit betriebswirtschaftlichen Zahlen und der Erstellung eigener Businesspläne bis hin zu „weichen Faktoren“ wie Mitarbeiterführung und Beschwerdemanagement. Gastro-Stammtische runden das Programm ab. Zötler sagt dazu: „Wir wollen mehr als eine Lieferbrauerei sein.“ Als eine von wenigen Brauereien bietet Zötler seinen Fassbierkunden einen „Schankanlagen-Service“ an. Die Bierleitungen werden dabei durch professionelle Brauereimitarbeiter vorschriftsmäßig gereinigt, sodass Brauerei und Gastwirt sicher sein können, dass das nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraute Bier auch so beim Gast ankommt. Künftig wird dieser Schankanlagen-Service ISO -zertifiziert sein und die Reinigungsprozesse werden nach einheitlichen und überprüfbaren Vorgaben beim Fassbierkunden durchgeführt. Dieser Service ist einmalig und der Gastronom kann diese „Reinheit“ auch durch eine hochwertige Plakette außen an seinem Haus dokumentieren.

Menschen wertschätzen

Herbert Zötler „liebt“ nicht nur seine Kunden und Lieferanten, er wertschätzt auch seine Mitarbeiter. „Andere Brauereien können Dinge kopieren. Sie können versuchen, unsere Bierqualität zu erreichen. Sie können versuchen, unsere Serviceleistungen nachzumachen. Aber eines können sie nicht: Sie können nicht unsere Mitarbeiter kopieren“, so der jetzige Lenker des Unternehmens. Eine Reihe von Zötler-Mitarbeitern sind bereits in zweiter und dritter Generation bei der Brauerei. Wertschätzung ist ein Pfund, mit dem Zötler gegenüber den Großen der Branche wuchern kann. Persönliche Kontakte oder den Mitarbeiter und Kunden in allen Lebenslagen zu begleiten, das ist in großen Einheiten nicht möglich. „Diese Begleitung geht“, so Herbert Zötler, „bis ans Grab, wo ich dem Menschen bei der Beerdigung die letzte Wertschätzung gebe.“ Werte schätzen und leben steht seit jeher im Hause Zötler oben an. Man unterscheidet nach Grundwerten (Ehrlichkeit, Optimismus, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Geselligkeit, Veränderungsbereitschaft, Heimatverbundenheit), Teamwerten (Toleranz, Konfliktfähigkeit, Respekt, Kritikfähigkeit) und Führungswerten (Vorbild sein, fürsorglich und zielorientiert handeln, Leidenschaft). Das alles wirkt sich auf Qualität und Service aus.

Neue Biere - neue Produkte

Wertschätzung fördert auch die Kreativität. Neue Produkte entwickelt Zötler im „Kerngeschäft Bier“, neue Produkte entwickelt man aber auch in anderen Bereichen. Herbert Zötler erzählt, dass die jungen Braumeister verstärkt mit den Grundstoffen der Bierherstellung zu spielen beginnen. Man sucht neue Hopfensorten und Hefen, „gräbt“ alte Rezepte wieder aus und kombiniert sie. Daraus

entstehen spezielle und oft einmalige Biere, die man in begrenzten Mengen produziert und anderen Einheiten, z. B. einer 0,75 Liter-Flasche, verkauft. Der Handel sucht nach solchen speziellen Produkten. Ein neues Angebot im nichtalkoholischen Segment ist der „Heugäuer“, eine Berg-Limonade mit Äpfeln von Allgäuer Streuobstwiesen, einem Extrakt aus 70 Bergkräutern von naturbelassenen Allgäuer Bergwiesen und etwas Trauben- bzw. Johannisbeersaft. Hier schließt sich dann auch wieder der Kreis zwischen Tradition und Fortschritt.

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