Nordmann Unternehmensgruppe:
Alles fließt

Community Fakten

Nordmann Unternehmensgruppe

Kunden: ca. 5.500 

Internet: www.nordmann.de

Absatz pro Jahr: 4,2 Millionen Hektoliter

Angebot: 2.300 verschiedene Produkte

Vertriebsgebiet: Mecklenburg-Vorpommern, Berlin / Brandenburg, Hamburg, Bremen, Schleswig / Holstein, Niedersachsen

Geschäftsfelder:

Großhandel: Zur Nordmann Unternehmensgruppe zählen vier Getränkefachgroßhandlungen sowie die Getränkeverbundgruppe NGV mit ihren 17 Systempartnern und zehn Getränkehandelspartnern. Standorte: Wildeshausen, Stralsund, Berlin, Pasewalk und Hamburg (NGV-Getränkegruppe).

Einzelhandel: Als Einzelhändler für Getränke ist Nordmann bereits seit 1974 aktiv. Die Gruppe setzt heute auf Franchise-Partner, die gezielt mit Verkaufsförderungen, IT-Services und bei Abrechnung und Finanzierung unterstützt werden:

  1. Zisch: Mit rund 7 Getränkemärkten ist „Zisch“ der Getränkegroßmarkt einer neuen Generation,
  2. GetränkePartner: Mehr als 1.000 eigenständige Getränkemärkte im GP Franchise- und GAM-Kooperationssystem,
  3. GP-C&C: Joint-Venture mit Lekkerland, beliefert rund 10.000 Tankstellen in ganz Deutschland
  4. NEV: Das „Zentralhirn“ des Einzelhandels für alle Daten, Zentraleinkauf und Marketing

Alles fließt

Die Nordmann Unternehmensgruppe blickt auf mehr als 100 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. In dieser Zeit hat sich Nordmann von einem Ein-Mann-Biervertrieb mit Pferdekutsche zu einem Verbund aus 35 Unternehmen entwickelt, der Getränke nicht nur vertreibt, sondern auch herstellt und vermarktet, der Gastronomie und Hotellerie umfasst und der sich mit Bildungseinrichtungen, Bio-Lebensmittelproduktion und -vermarktung für ökologische Themen einsetzt. Positioniert hat sich die Unternehmensgruppe vor allem im Norden Deutschlands: von Sylt über Kiel bis Stralsund, von Berlin über Göttingen bis Bremen. Nordmann sieht sich als Absatzmittler im Getränkegroß- und Einzelhandel, als Vermarkter optimierter Sortimente mit effizienten Lieferprozessketten und als Netzwerker, der seine Partner mit Vermarktungs- und Abwicklungssystemen unterstützt. Und das erfolgreich: Im Jahr 2010 haben 605 Mitarbeiter einen Umsatz von rund 285 Millionen EUR (ohne Beteiligungen) erwirtschaftet.

Fragen an Oliver und Fritz-Dieter Nordmann

In welcher Wertewelt sind Sie aufgewachsen?

Hanseatisch-mittelständisch, weltoffen, innovativ und unabhängig! Wir haben früh Disziplin gelernt und früh Verantwortung im Familienbetrieb übernommen, indem wir zum Beispiel Getränke ausgeliefert, Feste ausgestattet, im Getränkemarkt und im Landgasthof mitgearbeitet haben. Nach bestandenem Führerschein sind wir auch – und gerne! – LKW gefahren. Als besonders streng möchten wir unsere Erziehung aber nicht beschreiben. Eher als authentisch: Dass sich alles um das Unternehmen, um die Kundschaft und die Feste in der Region drehte, war für uns eine Selbstverständlichkeit.

Welche Werte sind für Sie heute persönlich ganz besonders wichtig? Wofür setzen Sie sich leidenschaftlich ein?

Verantwortlich und nachhaltig handeln – das ist unsere erste Priorität. Wir übernehmen Verantwortung für die gesunde Weiterführung unserer Unternehmensgruppe, indem wir die Keimzelle, den Kern des Unternehmens bestimmen und gesund weiterentwickeln. Mehr noch: Wir übernehmen Verantwortung für nachfolgende Generationen, indem wir die nachhaltige und faire Erzeugung guter Lebensmittel und Getränke unterstützen. Nicht zuletzt sehen wir hier einen Zukunftsmarkt. Leidenschaftlich und miteinander arbeiten – das war uns schon immer wichtig.  Wir wissen um die unterschiedlichen Fähigkeiten und Talente unserer Mitarbeiter, aber auch unserer Partner in der Getränkebranche. Hier spüren wir die Stärken und Talente auf und verbinden sie, ergänzen sie und schaffen Synergien. Leidenschaft heißt für uns auch, dass wir hier viel Kraft aufbringen: Es ist oft ein hartes Stück Arbeit, Kooperationen, Netzwerke oder Joint Ventures aufzubauen. Und es ist eine Herausforderung, auf Mitarbeiter individuell einzugehen und sie individuell zu fördern. Wir sind überzeugt: Das Miteinander, die Stärken jedes Einzelnen zu nutzen ist ein Wert, der immer wichtiger wird in einer dynamischen und komplexen Arbeitswelt. Was uns dabei prägt, ist unsere unternehmerische Grundhaltung. Wir leben das Prinzip: Unternehmer im Unternehmen. Leitende Mitarbeiter bekommen außerordentlich große Gestaltungsspielräume und Entscheidungskompetenz. Talente können sich entfalten und eigenständig Unternehmensbereiche ausbauen oder gestalten. Ein alter, gewachsener Wert ist bei uns die Geselligkeit. Wir unterstützen regionale Bräuche, Rituale, Festlichkeiten – wir feiern auch selbst zu jeder Gelegenheit mit unseren Kunden – und animieren unsere Mitarbeiter, daran teilzunehmen. Auf Festen und Feiern haben wir schon immer Kunden gewonnen, Mitarbeiter und Partner emotionalisiert.

Wie reagieren Sie, wenn sich Mitarbeiter oder auch Geschäftspartner nicht nach Ihren Wertvorstellungen verhalten?

Wir ziehen konsequent und zügig einen Schlussstrich. Illoyalität oder den Missbrauch unseres Vertrauens können wir nicht dulden. Uns ist wichtig, dass unsere Führungskräfte abteilungsübergreifend denken – hier kommt es leider immer wieder zu Fehlverhalten. Das widerspricht unserem Wert „miteinander begeistert“. Allergisch reagieren wir auch auf Mitarbeiter, die zwar Freiräume nutzen, aber nicht die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen wollen. Das widerspricht unserem Wert „verantwortlich zuverlässig“. Ebenso harsch geahndet werden Führungskräfte, die Mitarbeiter nicht gemäß unserer Kommunikations- und Führungsgrundsätze behandeln.

Welche Rolle spielt die Werteebene, wenn Sie neue Mitarbeiter einstellen?

Eine zentrale Rolle. Wir arbeiten mit Auswahlverfahren, bei denen wir nicht nur die Fertig- und Fähigkeiten ermitteln, sondern auch die Werte, die Lebensmotive, die Charakterzüge oder die Verhaltenspräferenzen. Passt ein Mitarbeiter beispielsweise fachlich sehr gut, aber bringt die Verhaltensvoraussetzungen nicht mit, entscheiden wir uns gegen ihn.

Haben Sie in der jüngeren Zeit (möglicherweise unpopuläre) Entscheidungen getroffen, bei denen Sie sich ganz klar an Ihren Wertvorstellungen orientiert haben? Welche waren das konkret?

Ja, es gibt viele solcher Entscheidungen: Wir haben uns zum Beispiel von einer leitenden Führungskraft getrennt, die wirtschaftlich zwar erfolgreich war, aber illoyal und vor allem den Mitarbeitern gegenüber wenig vorbildlich. Beim Einkauf unserer Ware für unsere eigenen Braugasthäuser haben wir uns dafür entschieden, ausschließlich Bio-Fleisch zu verwenden. Diese Entscheidung stieß bei den Controllern und der Gastronomie-Leitung auf wenig Begeisterung, weil sich der Einkauf um ein Vielfaches verteuert. Zweitens vermissten die Gäste die Haxe auf der Karte. Trotzdem haben wir uns so entschieden, weil wir es nicht mit unseren ethischen Grundsätzen vereinbaren können, Fleisch aus Massentierhaltung anzubieten. Wenn Geschäftsführer gegen den Wert verantwortlich verstoßen, beispielsweise ihre Abteilungen nicht informieren oder Anfragen nicht beantworten, liegt ein klares Fehlverhalten vor.

Welche positiven Effekte Ihrer klaren Werteorientierung sehen Sie schon heute in Ihrem Unternehmen?

Die positiven Effekte sehen wir nicht erst seit heute. Die Werteorientierung ist für uns eine lebenslange Aufgabe. Innovative Produkte und Dienstleistungen, starke Unternehmer im Unternehmen, effektive und widerstandsfähige Netzwerke und Verbundgruppen. Vor allem aber eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen. Unsere Mitarbeiter lassen sich begeistern für unsere Dienstleistungen und Produkte und empfehlen diese auch nach außen. Viele Mitarbeiter schwärmen davon, bei Nordmann arbeiten zu dürfen und empfehlen uns auch als attraktiven Arbeitgeber weiter. Dies alles bedeutet, in schwierigen Zeiten gut aufgestellt zu sein. Wenn Werte nicht gelebt werden, kann sich eine Firma schnell negativ entwickeln. In einigen Unternehmen mussten wir dies selbst schmerzlich erleben.

Welche Werte vermissen Sie in der globalen Wirtschaftswelt am meisten? Welche Art des unmoralischen Handelns empört Sie besonders?

Der Mensch steht nicht mehr im Mittelpunkt, sondern nur nackte Zahlen. Wie in der Natur müssen wir auch hier das Gleichgewicht behalten. Wir vermissen Verantwortlichkeit für das eigene Handeln und Transparenz und Ehrlichkeit. Es ist beispielsweise nicht hinzunehmen, dass aufwändige Marketingkampagnen von industriellen Fleischprodukten dem Verbrauchersuggerieren, dass die Tiere ethisch korrekt behandelt wurden, wenn die Wahrheit dahinter eine andere ist. Wir finden es traurig, wenn Konzerne nach kurzfristiger Gewinnmaximierung streben, wenn sie mittelständische Unternehmen mit langjähriger Tradition aufkaufen und dann einfach schließen. Hier werden Werte vernichtet. Unsere eine Verbundgruppe für mittelständische Getränkefachgroßhändler NGV Hamburg haben wir initiiert, um Mittelständler nach dem Prinzip der Schwarmintelligenz wettbewerbsfähig gegenüber Konzernen zu machen.

Welche Werte verkörpert für Sie der Deutsche Mittelstand?

Für uns sind das vor allem diese sieben Werte: Qualität, Bodenständigkeit, Disziplin, Verantwortung, Verlässlichkeit, Präsenz und Vertrauen.

Mit welchen gelebten Werten wäre der Mittelstand Ihrer Einschätzung nach noch stärker?

Wir sind überzeugt davon, dass der Mittelstand stärker wäre, wenn er seine „Miteinander-Werte“ ausbauen würde. Das heißt: Mitarbeiter fördern, Nachwuchskräfte früher und umfassender ausbilden – auch und gerade außerhalb der Schulen – mehr Kooperation mit anderen Mittelständlern, um sich gegen größere Konzerne zu behaupten, und mehr Öffentlichkeitsarbeit, damit die Menschen im Land erfahren, wie stark wir wirklich sind.

Der Weg zu den Nordmann-Werten

Die Nordmann Unternehmensgruppe wächst und verändert sich bereits seit 100 Jahren – doch in den vergangenen 20 Jahren hat es die meisten und entscheidenden Veränderungen gegeben. Getrieben wurde diese Entwicklung einerseits durch die Wiedervereinigung Deutschlands, die gewissermaßen über Nacht die Erschließung ganz neuer Vertriebsgebiete möglich machte. Andererseits eröffnete die ökologische Wende im Denken und im Konsumverhalten die Chance, ganz neue Produkte im Markt zu platzieren: Von der Bio-Marmelade über den Schulbauernhof bis hin zum Gesundheits-Hotel.

Damit ist die Unternehmensgruppe stark in die Breite gewachsen. Eine Herausforderung für die Nordmann-Brüder, denen eine gemeinsame Wertebasis aller Führungskräfte und Mitarbeiter am Herzen liegt. „Wenn das Leitbild mit Werten und Zielen jedem Mitarbeiter in Fleisch und Blut übergeht, muss weniger geführt werden“, erklärt Stefanie Nordmann, Inhaberin der „Denkfabrik Strategie- und Personalberatung“ und Ehefrau von Oliver Nordmann. Sie hat die Nordmann Unternehmensgruppe dabei unterstützt, sich ein Leitbild zu geben. „Wir mussten nichts neu erfinden“, unterstreicht sie. Bei den „Nordmännern“ wurden bestimmte Werte seit 100 Jahren ganz selbstverständlich gelebt. Sie seien wie von selbst zu „Kraftfeldern“ des Unternehmens geworden. Stefanie Nordmann: „Diese heimlichen Erfolgsfaktoren haben wir aufgeschrieben, um sie wieder bewusster zu machen.“

In mehreren Workshops wurden die zentralen Begriffe erarbeitet, die das Leitbild des Unternehmens auf den Punkt brachten: „Leidenschaftlich Zukunft gestalten.“ Diese drei Worte zeigen, wofür Nordmann steht: Leidenschaftliches Unternehmertum, konsequente Orientierung an kommenden Chancen und die Kreativität, gemeinsam immer wieder etwas Neues zu beginnen.

Innerhalb der gesamten Unternehmensgruppe kann eine derartig prägnante Corporate Vision allerdings nur dann Zugkraft entwickeln, wenn jedes der Nordmann-Unternehmen im Hinblick auf diese Vision eigene Prinzipien und Mission Statements formuliert: Aussagen, die zu den jeweiligen Aufgaben und zu den verschiedenen Regionen passen, und mit denen jeder Mitarbeiter konkret etwas anfangen kann. Deshalb stehen alle Unternehmen innerhalb der Gruppe jährlich vor der Aufgabe, das eigene Leitbild zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Nordmann: Alles fließt

Die Grundwerte der Nordmann-Gruppe finden sich in drei Spannungsfeldern, und zwar zwischen Innovation und Tradition, Freiheit und Verantwortung und zwischen individuellem Unternehmertum und wirtschaftlicher Vernetzung. Aus genau diesen Spannungsfeldern entsteht die enorme Produktivität, die jedes Nordmann-Unternehmen antreibt.

Innovation – Tradition

Die Nordmann Unternehmensgruppe hat es sich zur ersten Aufgabe gemacht, Chancen aufzuspüren und zu nutzen. Das enorme Wachstum der Gruppe in den vergangenen 20 Jahren zeigt die große Wirksamkeit dieses Wertes. „Leidenschaftlich innovativ“ will Nordmann sein, zugleich aber auch „gesellig traditionell“. Jedes Nordmann-Unternehmen begreift sich als fest verwurzelt in seiner Region, es fördert vor Ort die Geselligkeit und das Miteinander der Menschen und unterstützt regionale Bräuche und Traditionen. „Wir wollen Lebensfreude und Zuversicht fördern“, so Oliver Nordmann.

Freiheit – Verantwortung

„Wir handeln nach eigenen Maßstäben – unsere Kunden stets im Fokus behaltend. Wir besitzen die Energie und Kraft, unternehmerisch frei entscheiden zu können und nehmen uns die Freiheit, auch gegen den Strom zu schwimmen“, so beschreibt Nordmann den Wert „unabhängig kraftvoll“, der wie ein starker Motor im Unternehmen wirkt. Pendant der unternehmerischen Freiheit ist die Verantwortung. Wir sind „verantwortlich zuverlässig“, beschreibt Nordmann diesen Wert: „Wir leben unsere Stärken, aus Fehlern lernen wir. Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit sind unsere Kernwerte. Mit allen Ressourcen, insbesondere Mensch, Kapital und Umwelt, gehen wir respektvoll und nachhaltig um.“

Kräfte bündeln – Erfolge multiplizieren

„Miteinander begeistert“ – getreu diesem Wert setzt Nordmann auf „die Stärken, die Talente und das Verantwortungsbewusstsein“ aller Mitarbeiter und Netzwerkpartner. „Das Netzwerk ist die Basis unseres Erfolgs“, erklärt Oliver Nordmann. Deshalb werden die Begeisterung, Eigenständigkeit und Qualifikation der Intrapreneure systematisch gefördert. Nordmann sieht seine Intrapreneure als „Innovatoren in der Unternehmensgruppe, als Manager und Promoter für Ideen und Chancen“. Die Gruppe unterstützt ihre Partner, indem sie Kompetenzen bündelt (zum Beispiel IT, Controlling, Marktforschung, Einkauf) und so allen den Rücken frei hält, damit diese sich auf das gemeinsame Ganze fokussieren können. „So kann sich jeder Netzwerkpartner auf seine Stärken konzentrieren und alles fließt zu einem erfolgreichen Ganzen zusammen“, heißt es in der Nordmann Corporate Vision.

 

Leitsätze

Um die Grundwerte des Unternehmens zu konkretisieren, haben Fach- und Führungskräfte der Nordmann-Gruppe zusätzlich einen Katalog von Führungsgrundsätzen, Erfolgsprinzipien und Leitlinien für nachhaltiges Wirtschaften formuliert:

Wie Werte wirken

Die „Nordmänner“ sehen sich als leidenschaftliche, unabhängige, verantwortliche, gesellige Geschäftsleute, die miteinander etwas Großes stemmen. Ihre Werteprägen die gesamte Unternehmensgeschichte und wirken als Kraftquelle bis in die Gegenwart.

Innovation/Tradition

„Wir wissen genau, wo wir herkommen“, sagt Oliver Nordmann. „Opa Fritz Nordmann und Oma Grete haben uns den Getränkehandel und die Getränkeproduktion mit in die Wiege gelegt. Auf der anderen Seite die Eltern unserer Mutter, die mit ihrem Landgasthof Segelken unser Gespür für die Gastronomie von Kindesbeinen auf geschult haben.“ Die Nordmann-Gruppe hat es verstanden, ihre starke Bodenständigkeit mit innovativen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Geschäftsfeldern zu verknüpfen: Dazu zählen die Produktion und Vermarktung von Bio-Feinkost und Bio-Getränken, dazu zählt aber auch das Hotel „meerSinn“, das medizinische Versorgung mit Wellness verbindet. Das Kerngeschäft der Nordmann-Gruppe liegt zwar – wie vor 100 Jahren schon – im Getränkevertrieb. Es sind aber die innovativen Impulse, mit denen sich die Gruppe immer wieder ins Gespräch bringt. Bei den Kunden, aber auch in der Öffentlichkeit. Aktuell macht Nordmann mit einem ebenso innovativen wie mutigen Projekt von sich reden: Das Unternehmen engagiert sich für die Restauration der denkmalgeschützten „Kron-Lastadie Bastion“ in Stralsund. Damit stärkt Nordmann die Tradition der Stadt und setzt zugleich einen innovativen Akzent: Ausgerechnet in diesen alten Gemäuern sollen im modernen Sinne nachhaltig erzeugte Produkte aus der Region vertrieben werden.

Freiheit/Verantwortung

Das enorme Wachstum der gesamten Unternehmensgruppe lässt sich nur erklären durch die gelungene Verbindung der Werte Freiheit und Verantwortung. Einerseits gibt Nordmann seinen Unternehmern im Unternehmen die wirtschaftliche Freiheit, die Unternehmer zu starken Leistungen antreibt. Andererseits hält die Gruppe ihren Intrapreneuren den Rücken frei – mit Services rund um IT, Controlling, Marketing, Einkauf – damit sie sich um das kümmern können, was zählt: ihr Geschäft. Verantwortlich fühlt sich Nordmann auch für die Gesundheit der Mitarbeiter. „Wir haben uns vorgenommen, hier mehr zu tun“, erklärt Stefanie Nordmann. Möglich sind hier Gesundheitsprogramme in Zusammenarbeit mit dem eigenen Gesundheitszentrum „artepuri med“ in Binz.

Kräfte bündeln – Erfolge multiplizieren

Der Netzwerk-Gedanke ist einer der Erfolgsfaktoren der Nordmann Unternehmensgruppe und der Grund, warum Nordmann als Arbeitgeber in den Regionen so beliebt ist. Gleichzeitig stellt er eine große Herausforderung dar: „Das Prinzip des Intrapreneurs ist für uns Verpflichtung und Ansporn zugleich“, unterstreicht Oliver Nordmann. Die gemeinsamen Werte treiben die Gruppe in eine gemeinsame Richtung nach vorn, zugleich müssen die Werte immer wieder bewusst gemacht und diskutiert werden. Um das zu erreichen, veranstaltet Nordmann seit 2009 jährlich eine „Infrastrukturtagung“ mit rund 130 Teilnehmern aus der gesamten Unternehmensgruppe. Auch hier zeigt Nordmann Mut: Das Unternehmen forderte die Teilnehmer auf, eigene 90-Sekunden-Geschichten und Ideen auf Tischdecken zu skizzieren, um daraus frische Impulse für die Gruppe abzuleiten.

Werte leben: Die besten Projekte

Die Verantwortung für die Gemeinschaft ist in der Nordmann Unternehmensgruppe fest verknüpft mit der Hilfe zur Selbsthilfe für Unternehmer in den Regionen.

Stärkung der regionalen Wirtschaft

„Unser Vater Fritz Nordmann mochte die Menschen hier, sie waren ländlich geprägt, so wie wir auch“, erklärt Fritz-Dieter Nordmann. „Er hat sie immer respektiert, versucht, ihnen zu helfen, Gastronomen und Einzelhändler ermutigt, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen.“ Damit hat Fritz Nordmann ein Stück dazu beigetragen, die Wirtschaft in den Neuen Bundesländern aufzubauen. Ähnlich agiert Stefanie Nordmann heute, wenn sie sich für die Marke „LandWert“ und die Vermarktungsplattform „Ländlichfein“ engagiert. Hier geht es darum, kleine „Manufakturen“ zu stärken, die gute Getränke und Lebensmittel fair und ökologisch erzeugen. „Ländlichfein“ verpflichtet sich zur Erzeugung und Verarbeitung von hochwertigen, ökologischen Lebensmitteln aus Mecklenburg-Vorpommern und Grenzregionen, sowie Fisch und Fleisch aus regionalem, nachhaltigem Wildfang und regionaler Jagd.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Nordmann-Gruppe engagiert sich für das ökologische Landwirtschafts- und Bildungsprojekt „LandWert“ im Fischerdorf Stahlbrode. Das Projekt wurde 2008 von einer Erzeugergemeinschaft ins Leben gerufen, die sich für regionale, ökologische Landwirtschaftsprodukte einsetzt. Der Hof bewirtschaftet rund 650 Hektar Ackerland, hält Rinder und Schweine, veredelt Fleisch- und Wurstprodukte und bewirtet Gäste in der Hofküche mit den Produkten aus den hauseigenen Manufakturen. Der Verein „LandWert Schulbauernhof e.V.“ setzt sich seit 2008 dafür ein, für Kinder einen Lernort außerhalb ihrer Schulen aufzubauen. Einen Ort, an dem sie sich mit der Herkunft ihrer Lebens-Mittel, mit dem Umgang mit Pflanzen und Tieren und mit gesunder Ernährung befassen können. Der Schwerpunkt der Arbeit mit den Kindern liegt auf dem „Selbst tun und selbst verstehen“, um eine nachhaltige Veränderung des Umwelt- und Ernährungsverhaltens der Kinder zu bewirken.

Schutz von Natur und Meer

Eine besondere Idee setzte die Nordmann-Gruppe im Herbst 2009 mit dem Ostsee-Aquarium Ozeanum in Stralsund um: Es förderte den Aufbau eines 68.000 Liter fassenden Aquariums, das einen Schwarm mit 2.000 Heringen präsentiert. „Jedes Jahr ziehen Heringe zu Tausenden durch den Strelasund und stehen somit in enger Verbindung mit der Hansestadt Stralsund“, informiert das Ozeanum. „Doch niemand hat je die Gelegenheit, sie so kompakt in ihrer natürlichen Schönheit zu erleben.“ Die Heringe waren von Museumsmitarbeitern mit einem besonderen Verfahren aus dem Strelasund geangelt und sukzessive in das Aquarium umgesiedelt worden. Nordmann entschied sich für die Kooperation, um die Attraktivität Stralsunds zu stärken und um einen Impuls für nachhaltiges Leben und Lernen zu setzen. Letztendlich steht der Heringsschwarm auch sinnbildlich für die „Schwarmintelligenz“ – ein Leitmotiv im Netzwerk der Unternehmensgruppe.

Unsere Erfahrung für den Deutschen Mittelstand

  • Erfolg braucht Heimat. In stürmischen Zeiten bleibt nur der bestehen, der in seinem Boden fest verankert ist.

  • Um alle Potentiale ausschöpfen zu können, müssen Netzwerke noch gemeinschaftlicher zusammen arbeiten.

  • Unternehmer müssen unkonventionell und pragmatisch kommunizieren, um ihre Ziele zu erreichen.

  • Wer feste arbeitet, soll auch Feste feiern.

  • Wer starke Intrapreneure will, muss ihnen den Rücken frei halten.

  • Wächst ein Unternehmen stark in die Breite, braucht es tiefe Wurzeln in gemeinsamen Werten.

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