Frisör Bachmann Intercoiffure:
Begeisterte Menschen begeistern Menschen

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Frisör Bachmann Intercoiffure

Mitarbeiter: 12

Davon Auszubildende: 3

Umsatz: 600.000 Euro

Kunden: Ca. 1.000 pro Monat

Adresse: Rathausgasse 1 | 90574 Roßtal

Internet: www.frisoer-bachmann.de

Begeisterte Menschen begeistern Menschen

Der Salon Bachmann ist ein alteingesessener Frisörbetrieb im mittelfränkischen Roßtal in der Nähe von Nürnberg. Der 1901 von Albert Bachmann senior gegründete Betrieb wird heute in dritter Generation vom Enkel des Firmengründers, der auch wieder den Vornamen Albert trägt, geführt. Vom damaligen „Dorfbader“ entwickelte sich das Unternehmen in den letzten 30 Jahren zu einem modernen Frisörsalon großstädtischer Prägung. Der Salon Bachmann bietet die normalen Dienstleistungen seiner Branche an: Beratung, Haarschnitt und Frisurenstyling, Farbveränderung und Haarpflege. In Bezug auf das Angebot machen die „Bachmänner und -frauen“ nichts Außergewöhnliches. Was sie machen, machen sie aber außergewöhnlich gut. Dies kommt auch in der gelebten Firmenphilosophie zum Ausdruck: Qualität, die begeistert. Diese Qualität in Service, Dienstleistung und im Umgang mit Mitarbeitern und Kunden spürt man an allen Stellen des Unternehmens. Deshalb kommen in den mittelfränkischen Frisörsalon nicht nur Kunden aus der Region Roßtal, sondern auch aus einem weiten Umkreis.

Albert Bachmann: Mach dein Hobby zum Beruf

„Du bist der einzige Mann, der mich noch nie enttäuscht hat“, diese Aussage seiner Mitarbeiterin Marion, die bereits seit 1981 im Salon Bachmann arbeitet, bringt alles zum Ausdruck, was Albert Bachmann auszeichnet:  Verlässlichkeit, Menschlichkeit, ein warmes Herz für seine Mitarbeiter, Kunden und die Menschen überhaupt. Etwas anderes als Frisör zu werden kommt für ihn nie in Betracht. „Für mich war schon als Kind klar, dass ich einmal Frisör werde.“ Selbst die Überredungsversuche seines Lehrers in der Abschlussklasse bleiben wirkungslos. Er versucht ihn zu überzeugen, dass er als Klassenbester doch etwas „Besseres“ machen könne als eine Lehre zum Frisör. Doch die Welt von Albert ist der Frisörsalon seines Vaters, eines klassischen Herrenfrisörs mit den Dienstleistungen Haare schneiden und Rasieren.

Ein mutiger Start

Als er 1974 mit der Ausbildung beginnt ist das Umfeld schwierig. Haarpflege hatte – gerade bei der Jugend – keinen hohen Stellenwert. Die Langhaarfrisuren ohne großes Umsatzpotenzial für die Frisöre waren in. Das bringt seinen Vater auf die Palme und sorgt für weitere Kundenverluste. Nach der Lehre geht’s zur Bundeswehr und danach auf die Meisterschule. Mit 22 Jahren darf sich Albert Bachmann Frisörmeister nennen. 1983 übernimmt er von seinem damals schon 70-jährigen Vater den Betrieb. Er hat drei Mitarbeiter und liegt damit genau im Durchschnitt der damals ca. 60.000 Frisörbetriebe in Deutschland. Damit will sich der junge Unternehmer nicht zufrieden geben. Zusammen mit seiner Frau Birgit kauft er das Nachbaranwesen, ein Fünf-familienhaus mit Scheune. Die Scheune und einen Teil des bestehendeneschäftshauses reißt er ab. Damit ist die Basis für die Verdoppelung der Ladenfläche und für ein neues Haus für die Familie geschaffen. In den 90er-Jahren investiert Bachmann somit ca. eine Million DM in die „Hardware“ seines Betriebes, einen mehrfachen Jahresumsatz zu dieser Zeit. Heute ist sein Gewinn höher als der damalige Jahresumsatz.

Hardware & Software

Die „Hardware“ ist ihm auch heute noch wichtig. Alle vier bis fünf Jahre ändert er Grundlegendes, was Einrichtung und Technik betrifft. Mindestens genauso wichtig ist ihm dabei die „Software“. Die Auswahl der richtigen Mitarbeiter, ihre Aus- und Weiterbildung, der persönliche und freundschaftliche Umgang mit ihnen haben einen genauso hohen Stellenwert, gemäß seiner Philosophie: Kundenbindung ist in erster Linie Mitarbeiterbindung.

Fragen an Albert Bachmann

Herr Bachmann, was verbinden Sie mit dem Thema „Exzellenz im Unternehmen“?

Eine fachlich perfekte Leistung ist für mich die Basis für ein exzellent arbeitendes Unternehmen. Um diese Leistung zu erreichen, bedarf es sehr gut ausgebildeter Mitarbeiter, die darüber hinaus glücklich in ihrem Beruf sind und so dem Kunden einen strahlenden Eindruck vermitteln. Mitarbeiter, die gerne Leistung erbringen, Lehrlinge, die gerne trainieren und sich über ihre Leistungsfortschritte freuen. Klare Spielregeln und eine klare Sprachkultur, die den täglichen Umgang miteinander beschreiben, sind ebenso notwendig wie klare Strukturen, damit jeder weiß, wo er steht und was seine Aufgabe ist. Darüber hinaus bedarf es einer klaren Leistungs- und Belohnungsdefinition, damit für jeden ersichtlich wird, was das Unternehmen als besondere Leistung sieht und wie diese honoriert wird.

Was empfehlen Sie anderen Unternehmern auf dem Weg zur Exzellenz?

Liebe Unternehmer-Kolleginnen und -Kollegen, blicken Sie permanent über den Tellerrand und überlegen Sie täglich, was Sie morgen in Ihrem Unternehmen besser machen können als heute. Es ist wichtig, klare Strukturen zu haben und mit den Mitarbeitern feste Regeln zu erarbeiten. Das macht es jedem leicht, sich daran zu halten. Mitarbeiter wollen geführt werden. Jeder Unternehmer muss klar sagen, was er erwartet und auch was passiert, wenn sich jemand nicht an die Spielregeln hält. Die Mitarbeiter müssen den Unternehmer als gerecht und konsequent erleben. Und der Unternehmer muss die Meinungen und Stimmungen seiner Mitarbeiter ernst nehmen. Fordern Sie permanent Ideen und Verbesserungsvorschläge und als Letztes oder Wichtigstes: Loben Sie Ihre Mitarbeiter für gute Leistungen.

Woran lässt sich Ihrer Meinung nach eine exzellente Unternehmensführung messen?

Gute Unternehmensführung ist für mich, dass ich zufriedene und leistungsbereite Mitarbeiter habe, die lange im Unternehmen sind. Die Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter sowie die Krankheitsquote sind zwei Parameter, an denen sich exzellente Unternehmensführung messen lässt. Je gesünder die Mitarbeiter, desto zufriedener sind sie bei ihrer Arbeit. Und zufriedene Mitarbeiter bleiben lange in einem Unternehmen. Als Unternehmer muss ich die Grundlagen schaffen, dass es dem Mitarbeiter leicht fällt, Leistung zu erbringen. Tun muss er es dann selbst.

Wie kann Exzellenz nicht nur gelebt, sondern vor allem auch in der Zukunft gesichert werden?

Weiterbildung, Weiterentwicklung und Wissensaustausch sind für mich die Basis, um Exzellenz zu sichern und auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Das Potenzial an guten Mitarbeitern wird in absehbarer Zeit nicht größer werden. Die guten und entwicklungsfähigen Kräfte können sich ihre Arbeitgeber selbst aussuchen. Gute Kräfte arbeiten gerne in einem Umfeld, in dem ihre fachliche wie auch persönliche Entwicklung möglich ist, in dem sie wachsen und vorankommen können. Hier müssen wir also am Ball bleiben und den Menschen mit Potenzial einen vielversprechenden Arbeitsplatz bieten. Je besser die fachliche Kompetenz und die menschliche Qualität der Mitarbeiter ist, desto leichter sind vor allem auch im Dienstleistungsbereich zeitgemäße Preise durchzusetzen.

Herr Bachmann, sagen Sie mir abschließend in einem Satz, was Exzellenz für Sie bedeutet?

Mit Spaß und Freude die richtigen Dinge tun, dann kann es nur Erfolg und positive Ergebnisse geben.

Frisör Bachmann: Kunden-Service mit Begeisterung

Bachmann will die, die zu ihm kommen, begeistern. Und er hat eine klare Vorstellung von seinen Kunden, die er über den Preis definiert. Er will den großzügigen und qualitätsbewussten Kunden, der gerne bereit ist, ein paar Kilometer zu fahren und nicht über jeden Euro diskutiert. Frauen lassen im Durchschnitt 60,- Euro, Männer 30,- Euro im Salon des mittelfränkischen Frisörs. In Großstädten und Ballungszentren zahlt man für die gleiche Leistung auch schon mal das Doppelte. Zwei Drittel seiner Kunden sind Frauen, ein Drittel Männer. Letztere werden mehr und mehr zum Umsatzbringer. Farbveränderungen in allen Variationen und Haarpflegeprodukte sind die Renner.

Trends beobachten und umsetzen

Um die neuesten Trends in die mittelfränkische Provinz zu bringen, schielt man in die Mode- und Styling-Metropolen New York, London und Paris. Und auch Tokio hat stark an Bedeutung gewonnen. Trends kommen aber auch über Lieferanten, wie von Wella im Fall Bachmann. Bei den Frisuren gibt es ähnlich der Kleidung eine Frühjahrs- und Herbstmode. Wella offeriert gar vier Trends im Jahr: zwei im Frühjahr und zwei im Herbst. Derzeit erleben bunte Strähnen und der Pagenkopf eine Renaissance. Trends werden aber – so Albert Bachmann – in erster Linie von trendigen Promis aus dem Sport wie auch dem Show-Business gesetzt, wie z. B. David Beckham, Lady Gaga oder vor einigen Jahren auch Nena. Im Grunde genommen hat jede Altersgruppe ihren eigenen Trend. Kunden kommen in den Salon mit Bildern und Zeitschriften als Diskussionsgrundlage für das Beratungsgespräch und ihren Frisurenwunsch. Exzellenz in Sachen Trends kommt nicht von ungefähr. Um an vorderster Front zu sein, liest der Saloninhaber jede Menge Szene-Zeitschriften und lässt sich durch entsprechende Sendungen im Fernsehen inspirieren. Dadurch lernt er die Leute kennen, die Trends setzen. Und um Trends bei seinen Kunden in Szene zu setzen – auch das macht er exzellent – veranstaltet er alljährlich im November ein Fotoshooting mit Kunden. Für 90,- Euro bekommt der Kunde eine neue Trend-Frisur, das dazu passende Make-up und zwei tolle Bilder, die er gleich mit nach Hause nehmen kann. Der Nutzen für den Kunden: Er hat die neueste Frisur und mit dem eigenen Porträt ein Weihnachtsgeschenk. Der Nutzen für Bachmann: Er hat exzellentes Bildmaterial für seine Werbung.

Nichts wird dem Zufall überlassen – Qualitätsmanagement par excellence

Exzellenz beginnt bei Bachmann mit der Mitarbeiterauswahl oder besser gesagt der Auswahl der Auszubildenden, denn seit 1995 hat er keine fremdausgebildeten Kräfte mehr eingestellt. Lehrlinge sind in der Friseurbranche schwer zu bekommen. Viele tausend Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Nach einem Azubi-Casting nach dem Vorbild großer TV-Shows entscheidet das Team über den am besten geeigneten Bewerber. Ausgebildet wird nach einem detaillierten Plan, woran jeder Azubi sieht, wo er im Moment steht und ob er auf Zielkurs ist. Auf eines wird bei Bachmann in allen Bereichen geachtet, ob in der Aus- und Weiterbildung, im Umgang untereinander oder im Umgang mit dem Kunden: Qualität ist das Zauberwort. Dieses Qualitätsmanagement beginnt bei der telefonischen Terminvergabe, über die Begrüßung des Kunden im Salon bis hin zu den fachlichen Arbeiten. Der Betrieb wird von sogenannten Mystery Shoppern im zweimonatigen Rhythmus überprüft und bewertet. In einem detaillierten Bogen mit 120 Fragen bewerten diese sämtliche Schritte im Betriebsablauf. Die Berichte sind Bestandteil der regelmäßigen Besprechungen, die alle zwei bis drei Wochen stattfinden.

Erst im zweiten Schritt Erkenntnis und Erfolg

Inspiriert wird Albert Bachmann in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts vom Nürnberger Schindlerhof, dem Vorzeigebetrieb des fränkischen Hoteliers Klaus Kobjoll. Dort ist er mit seiner Familie hin und wieder beim Essen und stellt fest, dass alles angenehm anders ist. Die Leute sind freundlicher, der Service ist besser. Was steckt hier dahinter, fragt sich der Unternehmerkollege aus der Nachbarschaft. Über Kobjoll stößt er auf Schmidt- Colleg, das den Erfolgshotelier zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als zehn Jahren inspiriert. 1998 pilgert er zum „Erfinder“ des Führungssystems UnternehmerEnergie, Josef Schmidt, ins benachbarte Bayreuth. Ihn fasziniert zunächst vieles, was er dort sieht und hört. Er fährt begeistert nach Hause, ohne so recht zu wissen, wo er jetzt konkret anpacken soll. Schnell ist er wieder im Alltagstrott. Zwei Ereignisse bringen ihn wieder auf den Weg. 2001 eine Gehirnhautentzündung, die ihn an den Rand des Todes führt, und der Nürnberger Wirtschaftskreis UnternehmerEnergie, wo sich Anhänger der SchmidtColleg-Philosophie regelmäßig zum Gedankenaustausch treffen. Dort wird viel über die weichen Faktoren der Unternehmensführung gesprochen. Albert Bachmann entschließt sich zu einer Wiederholung des Seminars im Jahr 2005. Der Gedankenaustausch mit erfolgreichen Anwendern der UnternehmerEnergie-Philosophie und das nochmalige Kennenlernen der Seminarinhalte lassen ihm vieles wie Schuppen von den Augen fallen. „Ich wusste jetzt, was wichtig ist: die Fokussierung auf meine Mitarbeiter, ein offener Führungsstil, die Aufgabenbeschreibungen, das Prinzip der Schriftlichkeit, z. B. in Form von Checklisten, und das alles auf einer werte und serviceorientierten Basis“, resümiert der Frisörmeister heute.

Exzellenz auch in der Unternehmensnachfolge

Und auch sein Wunsch, die Nachfolge seines Unternehmens frühzeitig zu regeln, hat seinen Ursprung in dieser neuen Denkweise. Und wo ein Wille (Wunsch) ist, da ist auch ein Weg. Albert Bachmann hat seinen Wunschkandidaten im 1987 geborenen Thomas Ulrich gefunden. Er wird am 1. Januar 2015 auf der Brücke stehen und das Steuerrad übernehmen. Albert Bachmann bleibt als Lotse noch eine Zeitlang mit an Bord, als Angestellter für zwei bis drei Tage in der Woche. In der restlichen Zeit will er seine Erfahrungen an seine Unternehmerkollegen in der ganzen Republik weitergeben. Das macht er heute schon an 30–40 Tagen im Jahr. Ab 2015 sollen es dann 100 werden. An Ruhestand ist also beim dann 55-Jährigen noch lange nicht zu denken.

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