Ein Haus wie ein Baum
Stommel Haus – Im Einklang mit der Natur wohnen
„Ein Unternehmen ist wie ein Baum", sagt Franz Stommel. Ein Vergleich, der gut passt, besonders wenn es Tischlermeister Franz Stommel sagt. Die Wurzeln bilden die Herkunft. Der Stamm sind die Mitarbeiter. Die Äste sind die Partnerunternehmen. Die Früchte sind das Ergebnis der Arbeit. Bei Stommel Haus sind dies jährlich 60 Häuser, die das Unternehmen für seine Kunden baut.
„Wir wollen nicht die Größten in der Branche werden“, verdeutlicht Franz Stommel beim Gang durch seinen Betrieb. „Wir wollen individuelle und absolut hochwertige Gebäude im Massivholzbereich fertigen.“ Wie das aussieht, zeigt sich am Firmensitz des Unternehmens im westfälischen Neunkirchen-Seelscheid: Gegenüber der Produktionshalle stehen vier Musterhäuser aus Massivholz. Das Verwaltungsgebäude ist natürlich auch aus Massivholz von Stommel und seinen Mitarbeitern gezimmert.
Ein Haus wie ein Baum…
… das ist der Leitsatz und Werbespruch von Stommel Haus. Das Verwaltungsgebäude wird auch tatsächlich von einem Baum getragen. Mitten im Raum steht der Stamm einer Eiche aus dem nahen Wald. Auf ihm kommen die tragenden Balken des Gebäudes zusammen. Die knorrige Rinde signalisiert Naturverbundenheit und Bodenständigkeit. Auch die Wände des Gebäudes sind aus Massivholz. „Der Unterschied zu anderen Holzhäusern ist schnell erklärt. Wir verarbeiten keine Bretter bei den Wänden“, sagt Juniorchef Ralf Stommel. Als Zimmerermeister ist er für die Produktion verantwortlich. Das Holz stammt von kerngetrennten Stämmen aus nordskandinavischer Fichten oder Kiefern. Dort wachsen die Bäume besonders langsam. Die Äste sind in diesem Holz fest eingewachsen. Die engen Jahresringe und die Kerntrennung sind der Garant für die besonders hohe Qualität des Holzes. „Es reißt kaum und hat eine sehr gleichmäßige Struktur“, freut sich Ralf Stommel über die Eigenschaften des Holzes.
Bereits profiliert kommen die Balken aus Schweden oder Finnland nach Neunkirchen-Seelscheid. Eine moderne Holzabbundmaschine sägt und fräst dann Balken für Balken passgenau zu. Ganze Wandelemente samt Isolierung werden daraus fertig gestellt. Auf den Baustellen müssen die Wandelemente nur noch zusammengefügt werden.
Historie mit Zukunft
Erst im letzten Jahr wurde die Produktionshalle nochmals erweitert. „1969 hätte ich an so etwas nicht gedacht“, blickt Franz Stommel auf die Geschichte seines Unternehmens zurück. Damals hat er als gelernter Tischlermeister den Betrieb seines Vaters übernommen. Dieser hat ihn 1933 als Sägewerk und Schreinerei gegründet. Elf Schreinerbetriebe gab es damals im Ort.
„Gebaut haben wir alles", zeigt Franz Stommel auf. „Allerdings auch schon damals in höchster Qualität." Dieser Qualitätsanspruch ist bis heute geblieben. Doch ist das Unternehmen Stommel heute längst keine Schreinerei mehr. Dass dies der richtige Weg war, macht Franz Stommel an einer anderen Entwicklung fest: „Von den damaligen Schreinereien bestehen heute noch vier. Alle haben sich spezialisiert." Diese Spezialisierung war bei Tischlermeister Franz Stommel anfangs eher zufällig. „Wir wollten uns von anderen Betrieben absetzen, da es auch damals vieles nur über den Preis ging." Im Nachbarort sah er, wie ein Schwedenhaus gebaut wurde. 1971 begann Franz Stommel auf seinen Schreinereimaschinen die ersten Holzhäuser zu fertigen. Es waren in der Regel Wochenendhäuser mit einer Grundfläche von 50 - 60 Quadratmetern. Wenige Jahre später kamen dann die ersten freistehenden Einfamilienhäuser dazu.
Natürliche Baustoffe schaffen gesundes Wohnklima
Eines der ersten Einfamilienhäuser hat sich Franz Stommel selbst gebaut. Noch heute wohnen er und seine Ehefrau Waltraud darin. „Nach wie vor ein besonderes Klima", sagen beide. Die natürlichen Baustoffe schaffen sowohl im Sommer, als auch im Winter eine angenehme Wohnatmosphäre und ein natürliches Raumklima. Franz Stommel ist sicher: „Es gibt keinen künstlichen Baustoff mit vergleichbaren Eigenschaften."
Das Holz ist gleichzeitig auch Klimaanlage. Es hat die Fähigkeit verbrauchte Luft, Gerüche oder Tabakrauch zu absorbieren und nach außen zu leiten. Zwischen den Außenbalken und den Innenbalken befindet sich ein „atmender Kern“ aus Naturdämmstoffen. „Eine Dampfsperre aus Folie gibt es nicht“, erklärt Franz Stommel das System. Auch Allergiker bestätigen, dass sie seit dem Einzug in ein Stommel Haus weniger Probleme mit Allergien hätten.
Neben Wandelementen in waagerechter Blockbauweise werden inzwischen auch Wände nach einem von Franz Stommel patentierten System gebaut. Die Balken sind hier senkrecht angeordnet und präzise miteinander verzahnt. „Optisch anders und die Wände werden nicht zusammen gedrückt", zeigt Franz Stommel die Vorteile auf. „Denn Holz schrumpft nicht in der Länge." In den Musterhäusern stehen Querschnitte der Wandelemente, die den Wandaufbau und die Verzahnung der einzelnen Balken zeigen.
Strategische Partnerschaften
Das ganze Team von Stommel Haus erstellt den Holzrohbau. Keller oder Bodenplatte sowie die Ausbauarbeiten werden von Partnerfirmen erledigt. Dies sind meist Firmen, mit denen schon lange auf Augenhöhe zusammengearbeitet wird. Gerne arbeitet Franz Stommel mit kleinen Firmen zusammen, da diese durch die flachen Hierarchien ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben. „Auch der Informationsfluss ist hier einfacher", argumentiert der Unternehmer aus Westfalen.
Die hochwertige Qualität der Gebäude zeigt, dass Franz Stommel ein Meister seines Faches ist. Selbstkritisch bezeichnet er sich jedoch als „Hans-Dampf in allen Gassen". In den ersten Jahren seines Unternehmertums war er Planer, Produzent und Verkäufer in einem.. Ihm ging es ähnlich wie vielen Unternehmern: „Ich musste viele Dinge machen, die ich als Handwerker nicht gelernt hatte." Stommel gibt auch zu, dass man mit zunehmendem Alter nicht mehr alles „mit Kraft" machen kann. „Früher habe ich einfach länger gearbeitet, um alles erledigen zu können."
Lernen als lebenslange Aufgabe
Ein Seminarleiter der Handwerkskammer machte ihn auf Führungsinstrumente wie UnternehmerEnergie aufmerksam. Nach verschiedenen anderen Seminaren besuchte er 1985 zum ersten Mal das Seminar UnternehmerEnergie bei SchmidtColleg. „Das war eine ganz andere Welt für mich“, erinnert sich Franz Stommel. „Ich habe in diesen vier Tagen unwahrscheinlich viel gelernt.“
Lernen ist für Franz Stommel eine lebenslange Aufgabe. Er schätzt sich selber als sehr wissbegierig ein. Neben Fachbüchern über Unternehmensführung und Organisation nutzt er auch die CollegTage des SchmidtColleg zur Weiterbildung und Informationsgewinnung. „Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse, die ich im Betrieb umsetzen kann", sagt Stommel und verdeutlich damit eine der wichtigsten Unternehmereigenschaften: Etwas Neues tun. Auch seine Ehefrau Waltraud, die ebenfalls Geschäftsführerin des Unternehmens ist, sowie Sohn Ralf und Tochter Kerstin Stommel-Becker haben UnternehmerEnergie besucht. Zusammen mit den Führungskräften aus Vertrieb, Kalkulation, Entwurfsplanung, Bauleitung und Montage bilden sie das Führungsteam des Betriebes.
Unternehmensphilosophie gibt Richtung vor
Und dann kommt ein Satz von Franz Stommel, den man sich fast nicht traut zu schreiben: „Ich bin sicher, dass es ohne SchmidtColleg unseren Betrieb heute nicht mehr gäbe.“ Die Qualitätsansprüche der Kunden seien heute ganz andere geworden. „Ich habe gelernt, die Kunden zu verstehen und auf die Mitarbeiter einzugehen“, sagt Franz Stommel mit Blick auf UnternehmerEnergie. „Daraus hat sich unsere ganze Unternehmensphilosophie entwickelt.“
Die Unternehmensphilosophie ist für Franz Stommel ganz klar: Beste Holzhäuser für anspruchsvolle Kunden individuell planen und bauen. Keine leere Worthülse. Wer eines der Musterhäuser betritt, fühlt sich sofort wohl. Perfekte Planung, saubere handwerkliche Bauausführung und der natürliche Baustoff Holz machen dies möglich. Dabei ruht man sich bei Stommel Haus nicht auf dem Erreichten aus. Zusammen mit den Führungskräften wird die Jahreszielplanung gemacht. Hilfe kommt hierbei vom SchmidtColleg-Coach Victor M. Kaufmann. Dieser hat in Einzelgesprächen mit den elf Führungskräften die Jahreszielplanung vorbereitet. Nach einer festen Agenda werden dann die Jahresziele erstellt.
Beim Kunden präsent sein
Bereits seit 1974 ist das Unternehmen auf der Fertighausausstellung in Wuppertal präsent. Auch das reicht Franz Stommel nicht aus. „Wir müssen den Kunden etwas zeigen. Er muss fühlen und erleben.“ So werden in den Musterhäusern verschiedene Materialien gezeigt, um im Vergleich zu Holz dessen Wärme spüren zu können. Ralf Stommel: „Wirtschaftlich ausgedrückt heißt das, dass die Raumtemperatur in unserem Massivholzhaus um 2 ° Celsius niedriger sein kann, als bei einem anderen Haus. Das Holz erzeugt ein anderes Wärmegefühl.“ Ein Vorteil, den der Hausbesitzer bei den Energiekosten merkt und der auch ökologische Pluspunkte bringt. Hinzu kommt die gute Isolierung, die ebenfalls Energie spart. Die Fachberater von Stommel Haus können den ökologisch interessierten Bauherren noch weitere Vorteile nennen. Die Bäume, die für ein Haus benötigt werden, haben in den 80 bis 100 Jahren ihres Wachstums rund 100 Tonnen CO² der Umwelt entzogen.
Stommel Haus arbeitet bei der Planung mit fünf Architekten zusammen. So können die verschiedenen Modellreihen individuell angepasst und genau auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt werden. „Das werden wir noch weiter ausbauen“, blickt Franz Stommel in die Zukunft. „Wir werden noch individueller auf die Kunden eingehen.“ Wie dies aussehen wird, weiß Franz Stommel auch schon. Von der Bedarfsanalyse bis zum Kundendienst wird noch mehr als bisher auf die Wünsche der Kunden gehört.
Und die Kunden wissen, mit wem sie es zu tun haben. Stommel Haus wird klar nach definierten Grundsätzen geführt. Der Kunde wird genauso als Partner angesehen wie die Mitarbeiter. Führungskräfte arbeiten nach Zielvereinbarungen im offenen Dialog miteinander. Der Qualitätsanspruch wird durch Innovationen ständig fortgeschrieben. Stommel Haus – ein Unternehmen wie ein Baum.
Quelle: SchmidtColleg 2007