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Durch Spezialisierung auf dem rechten Weg

 

Wenn man mit Rechtsanwalt Jochen Resch spricht, fällt einem zwangsläufig die philosophische Frage mit der Henne und dem Ei ein. Wer war eher da? Jochen Resch hat so ganz und gar nichts mit Hennen und Eiern zu tun. Was ihm aber selbst auffällt ist, dass er regelmäßig der einzige Rechtsanwalt bei den Schmidt-CollegTagen ist. Was uns auffällt, ist, dass Jochen Resch ein Unternehmer durch und durch ist. Da stellt sich dann die Frage: Muss ein Rechtsanwalt wie Jochen Resch auch Unternehmer sein, um seine Kanzlei mit 70 Mitarbeitern zu managen? Oder war Jochen Resch schon immer in erster Linie ein guter Unternehmer und hat es erst dadurch zu einer Kanzlei mit 70 Mitarbeitern gebracht? Wenn  Jochen Resch erzählt, wie er die Kanzlei aufgebaut hat und führt, wird klar, dass beide Fragen mit einem JA beantwortet werden müssen.

Zusammen mit seinem Bruder Manfred und 17 angestellten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten betreut Jochen Resch seit 22 Jahren Mandanten bei Rechtsstreitigkeiten im „grauen Kapitalmarkt“. Schätzungsweise 30 Mrd. Euro werden hier jährlich in Deutschland verbrannt. Leidtragende sind in der Regel Durchschnittsverdiener. „Sie wollen sich hier ein zusätzliches Standbein für ihre Altersvorsorge aufbauen", erklärt Rechtsanwalt Resch deren Beweggründe. Mit Hilfe von Krediten und möglichen Steuervorteilen soll die Anschaffung einer Eigentumswohnung als Altersvorsorge ermöglicht werden. Die Rechnung geht aber oft nicht auf. „Immobilien werden zu überhöhten Preisen verkauft. Leerstände bringen keine Einnahmen", erklärt Jochen Resch. Zu oft schon mussten er und seine Mitarbeiter geprellten Mandanten vorrechnen, dass sie ihre Wohnung zu teuer gekauft hatten. „Verkehrswert ist nicht gleich Ertragswert. Oft liegt der Ertragswert gerade bei 25 Prozent des Kaufpreises einer Wohnung. Ein also von Anfang an schlechtes Geschäft“, macht Resch deutlich. Die Gewinner seien Vermittler, Verkäufer, Banken und Bausparkassen.

Jochen Resch weiß, wovon er spricht. Seine juristische Laufbahn hat er bei einem Bauträger, also der Seite, wo heute seine Gegner sind, begonnen. Bauträger würde er nicht mehr vertreten. „Ich sehe mich ein Stück weit als Robin Hood." Seit 22 Jahren hat er sich mittlerweile auf den Anlegerschutz spezialisiert. Für beide Seiten zu arbeiten wäre für ihn ethisch und moralisch nicht vereinbar.

Durch Konzentration eine Expertenpositionierung aufgebaut

Rechtsanwalt ReschDen Gedanken der Konzentration und Spezialisierung hat Jochen Resch der EKS-Strategie entnommen. Bereits vor seinen ersten Kontakten zu SchmidtColleg, hat er sich immer wieder gefragt, was er besser kann als andere und sich darauf spezialisiert. Dass dies der richtige Weg für die Kanzlei Resch war und ist, zeigt sich auch in den 1.400 Quadratmeter großen Kanzleiräumen. Im achten Stock des „Neuen Kranzler Eck" am Berliner Kurfürstendamm sind die Anwälte und ihre Mitarbeiter zu finden. Bausparkassen wie die Badenia oder die zwischenzeitlich insolvente Wohnungsbaugesellschaft Leipzig West kennen diese Adresse genau. Freunde bei diesen Unternehmen hat die Kanzlei Resch nicht. Jochen Resch verdeutlicht, dass nur rund zehn Kanzleien in Deutschland sich auf das heikle Thema Anlegerschutz spezialisiert haben. Er ist überzeugt, dass eine Kanzlei oder ein anderes Unternehmen nur durch Spezialisierung langfristig erfolgreich sein könne.

In den 1990er Jahren bekam dies Resch mehrfach bestätigt. Damals beriet er als Unternehmensberater auch Betriebe verschiedenster Größen, vor allem im Gesellschaftsrecht. „Ich musste allerdings feststellen, dass vergleichbare Unternehmen unterschiedlichen Erfolg hatten", blickt Jochen Resch zurück. Er habe in dieser Zeit begriffen, dass die Rechtsform nur der Mantel des Unternehmens sei. „Wie jedoch ein Unternehmen wirklich funktioniert, musste auch ich erst begreifen." Begriffen hat er etwas, was er schon gehört und selbst auch so gemacht hatte, nämlich die Konzentration. „Wir konzentrieren uns auf das Grundproblem der privaten Altersabsicherung durch Kapitalanlagen und nicht auf eine bestimmte Formen von Anlagebetrug oder eine bestimmte Mandantengruppe“, sagt Jochen Resch. 

Auch einmal andere Wege gehen

Die private Altersvorsorge wird auf lange Zeit ein beherrschendes Thema bleiben. Da gebe es immer schwarze Schafe. Und diese schwarzen Schafe benennt Jochen Resch ohne Wenn und Aber. Im internen Sprachgebrauch der Kanzlei spricht man von der „Gegnerliste“. Auf der Homepage www.resch-rechtsanwaelte.de
werden sie auf der Seite „Unsere Fälle“ aufgelistet. Nicht nur viele Branchenkenner und Medienvertreter besuchen diese Seite, auch so mancher Anleger recherchiert vor dem Abschluss eines Kaufvertrages und den damit verbundenen anderen Verträgen und wird unter Umständen hellhörig. „Das ist sicherlich untypisch für eine Rechtsanwaltskanzlei, was wir hier im Internet machen", ist sich Jochen Resch bewusst. Über das Internet werden auch andere geprellte Anleger auf die Kanzlei aufmerksam. Auf Stammkunden kann die Kanzlei Resch nicht bauen. „Solche Anlagefehler macht man nur einmal", sagt Jochen Resch. Deshalb muss die Kanzlei, entgegen dem Standesdenken der Juristen, auch um Mandanten werben.

Nur eine bestimmte Anzahl von Mandanten für den gleichen Komplex macht solche Fälle auch wirtschaftlich tragbar. Jochen Resch: „Gegen die Badenia haben wir zwei Jahre recherchiert. Ein Mandant alleine könnte das nicht bezahlen." Durch die Spezialisierung hat die Kanzlei einen sehr hohen Bekanntheitsgrad bekommen. Nur so sei es möglich, die Mindestzahl von 30 bis 40 Mandanten pro Fallkomplex zu bekommen. Beim Rechtsstreit gegen die bereits erwähnte Wohnungsbaugesellschaft Leipzig West werden fast 2.000 geschädigte Mandanten von der Kanzlei Resch vertreten.

Über den Tellerrand hinaus schauenRechtsanwalt Resch

Deshalb sind solche untypischen Maßnahmen, wie solch ein umfassender Internetauftritt, eigentlich wieder typisch für ein hoch spezialisiertes Unternehmen wie die Kanzlei Resch. Gerade Rechtsanwälte und Ärzte sieht Jochen Resch durch ihre Standesordnungen im unternehmerischen Handeln eingeschränkt. „Da muss man über den Tellerrand schauen und sich Anregungen und Tipps aus anderen Branchen holen“, verdeutlicht er. Diese Anregungen holt sich Jochen Resch zusammen mit Mitarbeitern regelmäßig auf den CollegTagen: „Für uns bieten die CollegTage die Möglichkeit, eine Auszeit von der Kanzlei zu nehmen und neue Ideen aufzunehmen.“ Frischen Wind haben zudem Mitarbeiter wie Yvonne Frehse in die Kanzlei gebracht. An ihr kommt keiner vorbei. Sie managt gleichzeitig Empfang, Telefon und Sekretariat. Ihre Stärke ist der Service- und Dienstleistungsgedanke. Sie war vor ihrer Tätigkeit in der Kanzlei Resch an der Rezeption eines Möbelhauses tätig. „Und wir sind ja auch nichts anderes als ein Dienstleister“, macht Jochen Resch seinen Mitarbeitern die Notwendigkeit der  Kundenorientierung immer wieder bewusst.

Orgakreis und Orgarunde erarbeiten selbständig Lösungen

Seit zwei Jahren nimmt Jochen Resch verstärkt seine Aufgaben als Geschäftsführer wahr und überlässt das Tagesgeschäft seinem Bruder und den angestellten Rechtsanwälten. Er arbeitet an der Kanzlei, statt in Ihr. Sicherlich ist dies auch ein weiterer Grund für den unternehmerischen Erfolg. Jochen Resch ist aber auch ehrenamtlich tätig. Der Rechtsanwalt ist im Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg und hält dort einmal monatlich eine kostenlose Sprechstunde in Rostock. Gerade den Kontakt zur Basis der Geschädigten hält er für besonders wichtig, um zu wissen, was sich am Markt abspielt und wo der Schuh drückt.

Was sich in seiner Kanzlei abspielt, das haben Jochen Resch und seine Mitarbeiter genau geplant und organisiert. Im „Orgakreis" sind einige der Sekretärinnen der Kanzlei versammelt. Sie treffen sich regelmäßig, um aktuelle Themen zu besprechen und Lösungen auszuarbeiten. Diese Mitarbeiter haben allesamt das Seminar FührungskräfteEnergie besucht. In der „Orgarunde" sind fünf Rechtsanwälte und die Managementassistentin der Kanzlei vertreten. Neben Rechtsanwalt Resch haben diese Mitarbeiter am Seminar UnternehmerEnergie teilgenommen. Auch sie treffen sich regelmäßig zu Besprechungen über aktuelle Themen. Die Ideen für diese Organisationsformen hat Jochen Resch selbst aus den UnternehmerEnergie-Seminaren mitgenommen. „Hier habe ich auch gelernt, wie wichtig Delegieren und Vertrauen in die Mitarbeiter ist", sagt er selbstkritisch.

Mitarbeiter wählen neue Kollegen selbst aus

Ganz anders als bei vielen anderen läuft es bei Resch, wenn sie neue Mitarbeiter einstellen. Nach einer Vorauswahl werden einige der Bewerber zu einem Schnuppertag eingeladen, wo sie sich den Mitarbeitern vorstellen. Demokratisch wird dann über die Einstellung der Bewerber abgestimmt. Die Mitarbeiter wählen sich die neuen Kollegen selbst aus. „Ich kann also überstimmt werden", ist sich Jochen Resch bewusst. Jedoch gibt er zu bedenken, dass die  Kanzlei als Team arbeitet. „Wenn dann einer mit einem Bewerber überhaupt nicht zu Recht kommt, wird er auch nicht eingestellt, weil man sein Veto einlegen kann." Eine Praxis, die ganz gut funktioniert. Wenn Spannungen auf der zwischenmenschlichen Ebene auftreten, schalten sich Orgakreis bzw. Orgarunde ein. Jochen Resch: „Erst wenn diese keine Lösung finden, landet der Fall bei mir.“

Neuen Mitarbeitern wird ein Pate zur Seite gestellt, der für alle  Fragen des neuen Teammitgliedes ein offenes Ohr hat. Mitarbeiter  zu finden, sieht Jochen Resch nicht als problematisch an. Die Spezialisierung der Kanzlei fördere auch den guten Ruf. Allerdings weiß Jochen Resch auch, dass sich sowohl Rechtsanwälte, als auch  Sekretariatsmitarbeiter erst an das Klima in der Kanzlei gewöhnen müssen. Manche neuen Rechtsanwälte hätten oft noch „Studentengewohnheiten" und wüssten nicht um die Verantwortung als Weisungsberechtigte. Vielen neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei das offene Klima zunächst ungewohnt. Jochen Resch: „Bei uns werden konstruktive Kritik und Selbstverantwortung belohnt. Das kennen viele aus ihren bisherigen Unternehmen nicht."

Zahlen müssen den Menschen dienen

Die logische Konsequenz daraus ist, dass gerade die Weiterbildung der Mitarbeiter eine hohe Bedeutung für den Rechtsanwalt und Unternehmer hat. So wird ein jährliches Budget festgelegt, das sowohl für fachliche, wie auch persönliche Weiterbildung genutzt werden kann. Aus diesem Budget finanziert die Kanzlei dann auch den Besuch der CollegTage für interessierte Mitarbeiter und die Teilnahme neuer Mitarbeiter an den Seminaren UnternehmerEnergie und FührungskräfteEnergie. Mit Budgets und Zahlen geht die Kanzlei Resch sehr offen um. Innerhalb der Führungsstruktur gibt es Verantwortlichkeiten für verschiedene Bereiche, so auch für das Controlling. Einer der Rechtsanwälte aus der Orgarunde verantwortet jeweils einen Bereich. Jedoch ist es gewünscht, dass sich die anderen Mitarbeiter auch mit einbringen.

So hat die Gruppe Controlling auch Einblick in die gesamten Unternehmenszahlen. „Sensible Bereiche wie Mitarbeitergehälter werden allerdings nur in ihrer Gesamtheit aufgeführt“, macht Jochen Resch deutlich. Alle 19 Rechtsanwälte werden zudem wöchentlich über die aktuellen Unternehmenszahlen informiert.

Einmal im Monat, jeweils am zweiten Freitagvormittag, treffen sich alle Mitarbeiter des Sekretariats zur Gesprächs- und Informationsrunde. Am Nachmittag sind es dann die Anwälte, die sich treffen. Dieser Tag wird auch zur internen Weiterbildung genutzt. Organisatorisch ist alles also gut geplant. Genauso durchdacht sind auch die Arbeitsabläufe der gesamten Kanzlei, die in Leitfäden festgehalten sind. „Nur so ist es möglich, dass z. B. jeder Brief und jede Rechnung optisch gleich aussehen“, erläutert Jochen Resch den Vorteil der Standardisierung der Abläufe. 

Vieles ist eben anders…

…als in einer „normalen" Anwaltskanzlei. Da wundert einen auch das Metallrohr über der Tür des Chefbüros nicht mehr wirklich: ein hochmodernes Gebäude, antike Möbel im Büro von Jochen Resch und dann das Metallrohr. Vielleicht Pfusch am Bau? „Nein", sagt Jochen Resch lächelnd. „Da mache ich 100 Klimmzüge täglich." Außerdem läuft er jeden Tag noch eine Stunde, um sich fit zu halten. Auch nicht gewöhnlich für einen viel beschäftigten und umtriebigen Unternehmer.

Da verwundert es dann nicht, wenn sich der Rechtsanwalt auch noch in die Küche stellt und kocht. Bis zu 20 Personen finden sich regelmäßig in der großen Küche der Kanzlei ein. Neben dem Kochen geht es hier vor allem um den zwanglosen Gedankenaustausch und das gegenseitige Verstehen innerhalb des Teams. Rechtsanwalt Resch muss uns aber eingestehen, dass er nur ein Gericht kochen kann. Wir gehen schmunzelnd davon aus, dass er sich auch hier spezialisiert hat. Den Mitarbeitern schmeckt´s, genauso wie die Mandanten mit den juristischen Dienstleistungen der spezialisierten Kanzlei zufrieden sind.

 
 
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